Gerti Elias liest im Rahmen "Frankfurt liest ein Buch"

Gerti Elias liest im Rahmen "Frankfurt liest ein Buch" am 24. April 2015 im BIKUZ

Im Rahmen des Lese-Projektes, "Frankfurt liest ein Buch", lernten wir Gerti Elias kennen. Sie ist die Ehefrau des kürzlich verstorbenen Buddy (Bernhard) Elias (Cousin von Anne Frank).
Sie waren 50 Jahre verheiratet!
Am 24. April 2015 begann die Lesung von Gerti Elias um 11:00 Uhr in der Aula des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums.
Sie las aus dem Buch „Grüße und Küsse an alle - die Geschichte der Familie von Anne Frank".

Dieses Buch ist entstanden, als Frau Elias vor Jahren auf dem Dachboden ihres alten Hauses in Basel ausgemistet und abgestaubt hat. Dabei ist sie auf Dokumente und Briefe der ganzen Familie Frank gestoßen. Es waren rund 6000 Briefe, die sie alle durchlas und sorgfältig ordnete. Das dauerte ca. zweieinhalb Jahre!!! Zu diesem Zeitpunkt konnte keiner der Familienmitglieder mit dieser enormen Anzahl von Briefen etwas anfangen.

Doch Gerti Elias ließ nicht locker und wollte genauer an die Sache mit den Briefen herangehen. So kam es, dass sie dann zusammen mit ihrem Mann Buddy (der ja viel über seine Familie wusste) und der Schriftstellerin Mirjam Pressler das Buch "Grüße und Küsse an alle - die Geschichte der Familie von Anne Frank" schrieb. Hier war die Schriftstellerin Mirjam Pressler eine große Hilfe und Stütze! Frau Elias meinte, dank Mirjam Pressler ist fast ein "Familienroman" entstanden, der die Briefe mit einbezieht.
Wir, die Schülerinnen und Schüler der IGS-West, hatten das Privileg, Gerti Elias bei ihrer Lesung zu treffen und ihr bei ihren spannenden Erzählungen zuzuhören.

Ihre lebendige, lebensfrohe und freundliche Art hat uns die ganze Zeit während der Lesung immer neugieriger auf die Briefe und die spannenden Geschichten der Familie von Anne Frank gemacht. Wir bekamen dadurch einen guten Einblick in das Leben dieser jüdischen Familie.

Alle 140 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6-10 lauschten gespannt den Geschichten, es entstanden sogar Bilder in unseren Köpfen, wir konnten uns das Schicksal der Familie von Anne Frank sehr gut vorstellen und wir waren tief betroffen. Das Leben während der NS-Zeit wurde uns deutlich vor Augen geführt, und wir spürten in diesen Momenten, anhand der Briefe und Schilderungen, was für eine schreckliche Zeit damals war! Verfolgung, Vernichtung, Krieg! Für uns nicht vorstellbar!
Die Cousine von Buddy Elias - Anne Frank - überlebte den Krieg zusammen mit ihrer Mutter und Schwester Margot nicht. Sie starben an Erschöpfung und Unterernährung in Bergen-Belsen, die Mutter von Anne Frank - Edith - in Ausschwitz. Anne Frank und ihre Familie haben die Zeit im Versteck in Amsterdam somit leider nicht überlebt. Durch Verrat wurden sie entdeckt. Otto Frank, der Vater und Onkel von Buddy Elias, überlebte als einziger in Auschwitz. Er hatte nach dem Krieg alles verloren.
Aber die Liebe und Hilfsbereitschaft der Familie Elias Frank in Basel war beeindruckend. Alle Familienmitglieder unterstützten und halfen Otto Frank, der nun ganz allein dastand, ohne Kinder, Frau und Besitz und Arbeit. Die Familie in Basel mit Buddy, seiner Mutter, Vater, Großmutter Alice und Bruder waren hier wichtig, denn Otto Frank hatte nur noch Mutter, Schwager, Schwester, zwei Brüder und Neffen.
Außerdem wurde jeder von der Familie Elias Frank immer herzlich aufgenommen und unterstützt. Auch Gerti Elias konnte das selbst erleben, als sie ihren Mann Buddy Anfang der 60iger Jahre kennen lernte.
Leider hatten wir nur 01:30h, viel zu wenig Zeit, um all die Briefe "anzuhören".... Die vielen Fragen, die in der anschließenden Fragerunde gestellt wurden, konnten auch nicht alle beantwortet werden. Gerti Elias hat sich trotzdem für jede Frage Zeit genommen und sie uns sehr ausführlich beantwortet.
Frau Elias ist eine sehr freundliche, herzensgute und bodenständige Frau, die Lesung hat uns sehr beeindruckt.
Am Ende der Lesung war auch noch Zeit für Autogramme und Fotos. Frau Elias signierte die mitgebrachten Bücher, die einige Schülerinnen und Schüler sich schon besorgt hatten.
Ich denke, wir können für alle dabei gewesenen Schülerinnen und Schüler sprechen wenn wir sagen, diese Lesung wird noch lange in unseren Köpfen sein!
Vielen Dank Frau Elias, dass Sie uns einen so tiefen Einblick in das Leben der Familie von Anne Frank gegeben haben. Die Familie Elias Frank stammt ja auch aus Frankfurt und wir freuen uns, dass diese Briefe und Dokumente in zwei Jahren im jüdischen Museum Frankfurt ausgestellt werden.
Botschaft von Frau Elias am Ende der Fragerunde: Zitat:
"Mein Mann war Jude, ich bin katholisch geboren, aber als Erwachsene aus der Kirche ausgetreten. Wir beide, Buddy und ich, lebten mit unseren unterschiedlichen "Religionen" und Auffassungen im gegenseitigen Respekt, Toleranz und Akzeptanz. Das ist möglich ......."

von Yanina Freundorfer und Sabrina Wrobel (10b)

geschrieben in WPU II: kreativer Schreibkurs/April 2015

 

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